Technik und Sprache: über Herrn Brugola, Herrn Allen und keinen Herrn Inbus

Was der Laie (und vor allem die LaiIN) als IKEA-Schlüssel kennt, ist beim Techniker als Inbusschlüssel bekannt (nicht: Imbus). Die gute Dolmetscherin weiß, auf Italienisch: chiave a brugola.

 

Das Pendant dazu ist natürlich die Inbusschraube, die in Italien neben „vite a brugola“ oft „vite a testa cava esagonale“ oder „vite a esagono incassato“ genannt wird.

 

Nun fragt man sich, woher diese beiden recht undurchsichtigen Wörter denn stammen. Inbus ist die Abkürzung von Innensechskantschraube Bauer und Schaurte. Die Firma Bauer und Schaurte ließ ihr Produkt 1936 in Deutschland patentieren.

 

Interessant ist jedoch, dass der italiener Egidio Brugola dieselbe Schraube 1945 in Italien anmeldete. Noch merkwürdiger, dass ein gewisser Herr Allen das gute Stück bereits 1910 in den USA erfunden und auch zum Patent angemeldet hatte. Richtig wäre also „chiave di Allen“.

 

Insofern auch für mich eine neue Entdeckung und ein neuer Eintrag in mein nicht enden wollendes Technikglossar: Inbusschlüssel = chiave a brugola oder auch chiave di Allen.

 

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Wer kennt ihn nicht, den Inbusschlüssel?